Wie IoT-Lösungen Schwachstellen in der Supply Chain beseitigen

Waren unbeschädigt und pünktlich liefern: Eine reibungslose Supply Chain muss viele Herausforderungen meistern. Mit IoT-Lösungen lassen sich diese überwinden – von der fristgerechten Lieferung über automatische Nachbestellungen bis zur vorausschauenden Überwachung von Geräten und Maschinen.

Wie IoT-Lösungen Schwachstellen in der Supply Chain beseitigen

Sommerzeit ist Stauzeit. Stillstand auf deutschen Autobahnen. Um Auffahrunfälle an Stauenden zu vermeiden, kommen Lkw-Fahrer um eine Vollbremsung bisweilen nicht herum. Ein Unfall lässt sich damit meist vermeiden – aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Ware beim Bremsen beschädigt wurde. Laut der Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ der Bundesvereinigung Logistik (BVL) werden weltweit ein Drittel aller transportierten Güter (33 Prozent) unterwegs beschädigt. Hinzu kommt: 30 Prozent der Lieferungen treffen an ihrem Bestimmungsort zu spät ein. Die BVL bilanziert: In der Supply Chain führt an einem digital durchgängigen Datenaustausch kein Weg mehr vorbei.

Lieferkette in Echtzeit überwachen und steuern

Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die Digitalisierung können Unternehmen ihre Lieferkette in Echtzeit überwachen und steuern: Mit Hilfe von Sensoren lassen sich Rohmaterialbestände im Blick behalten und so Engpässe vermeiden. Über Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) in der Produktion lassen sich Wartungsarbeiten und Ausfallzeiten verkürzen. Und Absender wie auch Empfänger sind in der Lage, jederzeit zu sehen, wo sich ihre Lieferung befindet. Darüber hinaus lassen sich mit IoT-Lösungen etwa auch Verkehrsrouten optimal planen und Liefertermine fristgerecht einhalten.

Wer mithilfe von IoT-Anwendungen Geschäftsprozesse effizienter gestalten und Fehlerquellen minimieren will, muss allerdings eine wahre Datenflut bewältigen. Denn sämtliche Geräte, Maschinen, Sensoren und IT-Systeme müssen über Schnittstellen miteinander verbunden und alle Daten entsprechend aufeinander abgestimmt werden. Damit steigen auch die Anforderungen an betriebsinterne Prozesse wie Enterprise Resource Planning (ERP), Warehouse Management (WM) und Supply Chain Management (SCM), die es mit den IoT-Anwendungen zu kombinieren gilt.

ERP-Anwendungen mit IoT-Technologien verzahnen

Um bestehende ERP-Geschäftsanwendungen von SAP mit IoT-Technologien besser zu verzahnen, haben SAP und die Deutsche Telekom eine passende Schnittstelle entwickelt: den Cloud-2-Cloud Connector (C2C). Die Lösung verbindet die Telekom Cloud of Things mit der SAP Cloud, indem sie Hardware, Sensordaten, Plattformen und SAP-Landschaft miteinander verknüpft. So lassen sich beispielsweise Live-Daten aus der Telekom Cloud direkt in SAP-Anwendungen integrieren.

Der C2C-Connector filtert die Informationen der IoT-Anwendungen, die zunächst als Rohdaten in der Telekom Cloud of Things landen, nach individuell definierten Parametern. Für Automobilhersteller zum Beispiel sind Informationen zu etwaigen Erschütterungen während des Transports elementare Kennzahlen, um die versprochene Produktqualität zu liefern – bis hin zur Frage von Gewährleistungen im Schadensfall. Und beim Transport von Lebensmitteln ist eine ununterbrochene Kühlkette elementar für Spediteure und Produzenten. Über die Cloud-Schnittstelle lassen sich alle relevanten Informationen in die SAP-Landschaft der Kunden integrieren.

Anwender arbeiten weiter in gewohnter SAP-Umgebung

Mit SAP S/4HANA lassen sich in Sekundenschnelle auch große Datenmengen analysieren. Die vierte ERP-Produktgeneration nutzt dazu die In-Memory-Technologie, bei der Daten direkt im Arbeitsspeicher statt auf Festplatten abgelegt werden. Somit müssen diese nicht mehr aggregiert werden und sind direkt live nutzbar. Auf Abweichungen, Schwankungen oder Ausfälle können Unternehmen auf diese Weise zudem deutlich schneller reagieren.

Die Deutsche Telekom hält über die IoT-Plattform eine breite Produktpalette bereit. Die Cloud-Experten konfigurieren und implementieren die einzelnen IoT-Komponenten in bestehende SAP-Strukturen der Kunden. Anwender arbeiten dabei weiter in ihrer gewohnten SAP-Umgebung. Über die standardisierte OData-Schnittstelle fließen die Echtzeitdaten in Applikationen wie SAP Global Track and Trace, SAP Connected Goods oder SAP Vehicle Insights zusammen.

Ende-zu-Ende-Lösung verbessert Kundenzufriedenheit

Die Ende-zu-Ende-Lösung von SAP und der Deutschen Telekom beseitigt Schwachstellen in der Supply Chain. So starten Nutzer etwa automatisch den ERP- Rechnungslauf, wenn der Lastwagen mit der Lieferung vom Hof fährt. Gehen die Materialien im Rohstofflager langsam zur Neige, bestellt das System nach. Gleichzeitig können Unternehmen dank Echtzeitdaten das Diebstahlrisiko von Paketen oder Fahrzeugen reduzieren. Allein in Deutschland stehlen laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Kriminelle alle 20 Minuten Transportgüter oder -fahrzeuge. Unternehmen steuern ihre Fahrzeugflotte zudem effizienter und kostengünstiger, indem sie Transportwege stets im Blick behalten und Ausweichrouten in Echtzeit planen, um Lieferungen fristgerecht zuzustellen. Die höhere Prozessgenauigkeit wirkt sich somit auch unmittelbar positiv auf die Kundenzufriedenheit aus.