Interview mit syska zum Management-Buy-out

Matthias Weber hat mit Angelika Benes, Geschäftsführerin der syska GmbH, ein Interview zum Management-Buy-out von syska aus dem Sage Konzern heraus geführt. Das Interview liefert spannende Einblicke in die Zukunft des Rechnungswesen-Hersteller.

Die syska GmbH ist seit 25 Jahren auf die Entwicklung von Software für das betriebliche Rechnungswesen spezialisiert. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte direkt und über Systempartner. Die syska-Softwarelösungen sind nahtlos in ERP- und Branchenprogramme integrierbar und damit in über 100 verschiedene Softwaresysteme eingebunden. Die syska ProFI und die syska EURO FIBU zählen zu den wenigen Finanzsoftwarelösungen eines mittelständischen Anbieters, die sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz und Österreich einsetzbar sind. Mittlerweile nutzen über 28.000 Anwender die branchenunabhängigen Finanzbuchhaltungslösungen der syska. Mehr als 8.000 aktive Installationen verzeichnet ihre Rechnungswesensoftware.

Auf unsere 5 Fragen zum Management-Buy-out von syska gibt uns Angelika Benes, Geschäftsführerin der syska GmbH, Antworten.

5 Fragen an Angelika Benes zum Management-Buy-out von syska

Frage 1: Was hat Sie zu dem mutigen Schritt bewegt sich aus der starken SAGE Gruppe herauszulösen?

Angelika Benes: Der Sage Konzern hatte die syska GmbH vor elf Jahren unter dem Dach der bäurer GmbH erworben. Dennoch führten wir unsere Marke während dieser Zeit als eigenständigen Brand weiter und bewahrten uns weitestgehend unsere Selbständigkeit.

Nun hat sich Sage entschieden, sich noch stärker auf die eigenen Cloud-Lösungen zu konzentrieren. Und wir haben die Chance ergriffen im Rahmen eines Management-Buy-out das stabil positionierte Unternehmen zu erwerben und weiter zu führen.


Frage 2: Welche Vorteile erhoffen Sie sich durch die Eigenständigkeit für das Unternehmen und die Softwareprodukte und wie werden syska-Kunden davon profitieren?

Angelika Benes: Für unsere Kunden und Partner ergeben sich durch die Eigenständigkeit von syska keine wesentlichen Änderungen. Unser Produkt- und Serviceangebot bleibt bestehen. Ein Vorteil ist natürlich, dass wir Entscheidungen schneller treffen können. Und als eigenständiges Unternehmen können wir unsere Marke stärken und Investitionsentscheidungen unabhängig von Konzernabhängigkeiten tätigen.


Frage 3: Der Markt für kaufmännische Software-Lösungen konsultiert sich. Planen Sie neue Kooperationen oder Unternehmenszukäufe, um ein schlagkräftiger Software-Hersteller auf dem Markt zu bleiben?

Angelika Benes: Unternehmenszukäufe sind zur Zeit nicht geplant. Unser USP ist die nahtlose Integrierbarkeit unserer Produkte in andere Softwarepakete, wie ERP- oder Branchenlösungen. Unser Ziel ist es, hier weitere Partner und OEMs zu gewinnen, die ihr Angebot vervollständigen, durch leistungsstarke Fibu-Lösungen attraktiver machen oder eine alte Finanzbuchhaltungssoftware (Fibu) ablösen wollen.


Frage 4: Software-Trends wie Cloud-Verfügbarkeit, Mobiles Arbeiten und kaufmännische Apps setzen neue Maßstäbe. Welche Pläne haben Sie hier und wie innovativ werden Sie ohne großen Bruder zukünftig sein?

Angelika Benes: Da die Fibu bzw. das Rechnungswesen selten stand-alone läuft, bieten wir derzeit keine eigene „Fibu-Cloud“, sondern indirekt über unsere Integrationspartner. Diese stellen dann das Komplettsystem in der Cloud zur Verfügung. Dadurch ist auch das Mobile Arbeiten über Remote Desktop möglich. Längerfristig arbeiten wir auch an einer browserbasierten Lösung.


Frage 5: Welche neuen Produkt-Features können Ihre Kunden in den nächsten Monaten von syska erwarten?

Angelika Benes: Hier ist bei beiden Produkten, der syska EURO FIBU und der syska ProFI, als erstes die Übergabe des Anlagenspiegels an die E-Bilanz zu nennen. Dann erscheinen im Herbst jeden Jahres unsere neuen Hauptversionen mit vielen größeren und kleineren Erweiterungen: So wird die syska ProFI unter anderem um eine automatische Erkennung von Eingangsbelegen inkl. ZUGFeRD-Erkennung bereichert. Und die syska EURO FIBU wird mit einer E-Post–Schnittstelle versehen, um zum Beispiel Mahnungen und Saldenbestätigungen direkt und komfortabel per E-Post zu versenden.


Das Interview wurde schriftlich mit Angelika Benes, Geschäftsführerin der syska GmbH, geführt. Über Angelika Benes:

Angelika Benes, Geschäftsführerin der syska GmbH
Angelika Benes, Geschäftsführerin der syska GmbH

Angelika Benes ist seit 1993 bei syska tätig. Als  Bilanzbuchhalterin war Sie zunächst als kaufmännische Leitung angestellt und bekleidet seit 2009 die Position der Geschäftsführerin.

Das Bildmaterial wurde von syska zur Verfügung gestellt.

Matthias Weber

Matthias Weber ist ERP-Experte mit langjähriger Berufserfahrung.

Seit über 14 Jahren bin ich in der ERP-Branche tätig und betreue ERP-Projekt von Anfang an. Marketing, Vertrieb, Beratung & Consulting und Software-Entwicklung von kaufmännischer Software gehört zu meinem Tagesgeschäft – ich spreche aus Erfahrung.

Sie erreichen mich unter matthias.weber[[at]]erp-hero.de oder können weitere Beiträge von mir auf Computerwoche.de lesen.

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