ERP-Interview mit TILL.DE: Webauftritt & Online-Shop

Die ERP-News-Redaktion, unter der Leitung von Matthias Weber, hat mit Joachim Schröder, Geschäftsführer von TILL.DE, ein Interview zum Thema „Webauftritt & Online-Shop durchgeführt. Das ERP-Interview liefert spannende Einblicke in die Trends bei Webauftritten und Online-Shops.

Die 1996 gegründete Internetagentur TILL.DE aus Braunschweig realisiert webbasierte Marketing-Lösungen für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Schwerpunkte liegen auf der Kreation von Internetseiten und Webshops, der App-Programmierung sowie auf SEO/SEA-Projekten (Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenwerbung). Darüber hinaus bietet die Agentur, die das Qualitätssiegel „Google Premium Partner“ trägt, Weiterbildungen rund um das Thema „Suchmaschinenmarketing mit Google” an. Seminarleiter ist der Geschäftsführer von TILL.DE, Joachim Schröder.

Auf unsere 5 Fragen zum Thema Webauftritt und Online-Shop gibt uns Joachim Schröder, Geschäftsführer von TILL.DE, Antworten.

5 Fragen an TILL.DE zum Thema Webaufritt und Online-Shop

Frage 1: Welche aktuellen Trends sehen Sie bei der User Experience im Web?

Joachim Schröder: Der Nutzer will heutzutage nicht nur schnöde surfen, sondern begeistert werden. Dafür müssen natürlich zunächst einmal die Basics erfüllt sein, wie z.B. kurze Ladezeiten der Online-Präsenz, einfache Usability und die Optimierung für mobile Endgeräte. Diese technischen Grundvoraussetzungen allein kreieren allerdings längst noch keinen Wow-Effekt – dafür sind die User viel zu verwöhnt. Man braucht also Elemente, an denen man hängen bleibt.

Der wahrscheinlich größte Trend ist aktuell natürlich die Integration von Bewegtbild  in den Web-Auftritt. Ob praktische Ratgeber-Sequenzen, außergewöhnliche Produktpräsentation oder Recruiting-Clip: Video-Marketing gepaart mit effektivem Seeding (d.h. einer guten Verbreitungsstrategie) und systematischer Suchmaschinenoptimierung kann die Nutzerzahlen und Verweildauer einer Webseite immens steigern. Erfolgreich sind vor allem kurze Videoclips, da sie den Usern einen schnellen Überblick geben – und viel spannender sind als Texte: Videos bündeln die Aufmerksamkeit auf einzigartige Weise, sodass die Marke besser im Gedächtnis bleibt.


Frage 2: Was halten Sie von Search Centric Design?

Joachim Schröder: Beim Search Centric Design nimmt die Suchfunktion eine höhere Stellung ein als die Navigation der Webseite. Das kann durchaus Sinn machen – primär bei Webshops mit hunderten Artikeln. Dann braucht sich der User nicht umständlich durch die Navigation zu klicken, sondern kann die gewünschte Ware direkt über die Suchmaske aufspüren.

Anders sieht es bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen aus. Hier halte ich es für sinnvoll, die Navigation nicht vollkommen zu verdrängen, sondern den Nutzern sowohl eine selbsterklärende Navigation mit schlüssiger Menüstruktur als auch eine komfortable Seitensuche zur Verfügung zu stellen. Man darf Folgendes nicht vergessen: Einige Besucher sind sich eventuell noch gar nicht darüber im Klaren, wonach sie eigentlich suchen und möchten sich zunächst nur einen Überblick über das angebotene Leistungsspektrum verschaffen.

Darum sage ich: Je nach Branche sollten die beiden Aspekte Navigation und Suche ineinandergreifen und sich gegenseitig ergänzen. So halten wir es übrigens auch bei unserem eigenen Webauftritt www.till.de: Die Suchfunktion und Navigation setzen wir parallel, gleichberechtigt ein. So können wir jeden User dort abholen, wo er gedanklich steht.


Frage 3: Wie wird das Thema Virtual Reality das Shopping-Erlebnis verändern?

Joachim Schröder: Virtual Reality ist für einige Branchen hochinteressant – vor allem, wenn es um die visuelle Erfahrung der Produkte oder Dienstleistungen geht. Da wäre zum Beispiel die Hotellerie: Man stelle sich vor, wie der Buchungsinteressierte in die virtuelle Realität abtaucht, um Flair und Ambiente des Hotels vorab hautnah zu erleben. Einen derart lebendigen Einblick könnten Fotos oder klassische Videos niemals bieten. Beim Shopping-Erlebnis wird das Thema Wohlfühlen und Begeisterung also noch mehr im Fokus stehen als heute. Wer rechtzeitig auf den Zug aufspringt, kann sich schon jetzt klare Wettbewerbsvorteile verschaffen.


Frage 4: Sind Chatbots die Verkäufer der Zukunft?

Joachim Schröder: Bevor Chatbots Verkaufsgespräche führen können, sind noch einige Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz notwendig. Zwar können sie in unterschiedlichem Ausmaß auf Textbefehle reagieren und Antworten erzeugen, jedoch ist der Umfang des Skriptes und damit auch ihr Repertoire begrenzt. Weder können sie Ironie erkennen noch die Bedürfnisse des Gegenüber einschätzen. Daher ist es noch ein langer Weg, bis Chatbots solche Aufgaben übernehmen werden – vor allem bei hochkomplexen Produkten, bei denen der Nutzer seine eigenen Bedürfnisse eventuell noch gar nicht kennt.

Nehmen wir das Leistungsspektrum unserer Internetagentur als konkretes Beispiel: Der Kunde meldet sich bei uns, weil er uns mit Suchmaschinenoptimierung beauftragen möchte. Im Erstgespräch zeigt sich jedoch, dass der Interessent sofort bei Google auf Platz 1 möchte – doch das ist mit SEO ein steiniger Weg, der Zeit benötigt. Hier ist die Schaltung von Google AdWords (Google-Anzeigen) viel besser geeignet. Gemeinsam finden wir dann heraus, für welche Keywords Anzeigen Sinn machen und definieren eine Anzeigenstrategie. Dazu wäre ein Chatbot nach heutigem Stand keinesfalls in der Lage.


Frage 5: Wie kann man sich vor Abmahnungen im Online-Handel schützen?

Joachim Schröder: Ein wichtiger Aspekt ist u.a. der datenschutzkonforme Einsatz von Tracking-Tools wie Google Analytics. Für unsere Kunden stellen wir sicher, dass der Datenschutzvertrag mit Google korrekt aufgesetzt ist und die notwendigen Nutzerhinweise an den richtigen Stellen auf der Homepage eingebunden sind. Denn jeder Webseitenbetreiber, der ein Analyse-Tool einsetzt, muss den Nutzern die Möglichkeit bieten, dem Sammeln von Daten zu widersprechen.

Diese Datenschutzerklärung sollte gesondert vom Impressum angezeigt werden und muss über alle Seiten zugänglich sein, also als eigenständiger Menüpunkt eingebunden werden. Zudem dürfen nur anonymisierte Nutzerdaten erhoben werden. Hierfür ist eine Erweiterung des Tracking-Codes notwendig, die das Ende der IP-Adresse abschneidet, sodass der User sich anonym auf der Seite bewegen kann.

Wie die datenschutzkonforme Einbindung von Google Analytics funktioniert, haben wir Schritt für Schritt in einem Blogbeitrag aufgeschlüsselt.


Das Interview wurde schriftlich mit Joachim Schröder, Geschäftsführer der Internetagentur TILL.DE, geführt. Über Joachim Schröder:

Joachim Schröder ist Geschäftsführer der Internetagentur TILL.DE
Joachim Schröder ist Geschäftsführer der Internetagentur TILL.DE

Joachim Schröder ist Geschäftsführer der Internetagentur TILL.DE und zertifizierter Google Trainer („Google AdWords Professional“). Als Referent und Trainer gibt Herr Schröder seine praktischen Erfahrungen aus dem Agenturalltag weiter. Neben Onlinemarketing-Seminaren und AdWords-Schulungen ist der Google-Experte auch als Referent für die Themen Google Analytics und Google+ unterwegs. Bis heute haben mehr als 2.000 Personen an seinen Seminaren teilgenommen. Vor seiner Tätigkeit für TILL.DE war Herr Schröder als Marketingdirektor in verschiedenen IT-Firmen tätig und verfügt über hohe Expertise sowohl im B2B- als auch im B2C-Marketing.

Das Bildmaterial wurde von TILL.DE zur Verfügung gestellt.

Matthias Weber

Matthias Weber ist ERP-Experte mit langjähriger Berufserfahrung. Seit über 14 Jahren bin ich in der ERP-Branche tätig und betreue ERP-Projekt von Anfang an. Marketing, Vertrieb, Beratung & Consulting und Software-Entwicklung von kaufmännischer Software gehört zu meinem Tagesgeschäft - ich spreche aus Erfahrung. Sie erreichen mich unter matthias.weber[[at]]erp-hero.de oder können weitere Beiträge von mir auf Computerwoche.de lesen.

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