ERP-Interview mit Namics: softwaregestütztes Projektmanagement

Chelsea Carniello hat der ERP-News-Redaktion unter Leitung von Matthias Weber ein Interview zum Thema softwaregestütztes Projektmanagement gegeben. Das Interview liefert spannende Einblicke in das Management von Projekten mit Hilfe von Software.

Auf unsere 5 Fragen zum Thema softwaregestütztes Projektmanagement gibt uns Chelsea Carniello, Senior Project Manager bei Namics, Antworten.

5 Fragen an Namics zum Thema softwaregestütztes Projektmanagement

Frage 1: Was halten Sie von Projektmanagement-Modellen wie PRINCE2, V-MODELL oder SCRUM?

Chelsea Carniello: Projektmanagement-Modelle unterstützen das Projekt auf dem Weg zum Erfolg. Ein Modell auf das jedes Projekt passt, gibt es nicht, da jedes Modell seine Vor- und Nachteile hat. Es geht vielmehr darum, für jedes Projekt die Konstellationen und Rahmenbedingungen abzuwägen und das Modell zu evaluieren, welches am besten auf das Projekt passt, um mit den Vorteilen des gewählten Modells die Umsetzung des Projektes stärken zu können.


Frage 2: Warum sollte man für Projektmanagement entsprechend dafür entwickelte Software nutzen?

Chelsea Carniello: Eine Projektmanagementsoftware unterstützt den Projektleiter in der Kalkulation der verschiedenen Anordnungsbeziehungen und Zeitpuffer. Sie visualisiert das Projekt in einer verständlichen Form, die sich gut für die Kommunikation an Stakeholder eignet. Verschiebungen im Projekt lassen sich so deutlich einfacher berechnen, wodurch sich die daraus resultierenden Auswirkungen klarer aufzeigen. So kann der Projektleiter auch effizienter mit verschiedenen Szenarien experimentieren.


Frage 3: Ab wann lohnt sich der Aufwand eine Projektmanagement-Software anzuschaffen?

Chelsea Carniello: Grundsätzlich sollte jedes Projekt eine Projektmanagement-Software nutzen. Die Unterstützung, welche die Tools bieten, ist groß. Mit wenig Zeit- und Lernaufwand kann das Projekt schnell und einfach visualisiert und Auswirkungen auf Abweichungen können einfacher kalkuliert werden. Es gibt auf dem Markt günstige Freeware, deren Bedienung sehr einfach ist. Bei größeren und komplexeren Projekten verlangt es umfassendere Tools. Diese sind kostenpflichtig und benötigen meist Einarbeitungszeit. Viele Tools unterstützen hier aber mit Video-Tutorials. Der Aufwand das Programm zu lernen ist hier noch immer deutlich kleiner als ständige manuelle Berechnungen, bei denen schnell die Übersicht verloren geht. Auch für die Kommunikation an die Stakeholder lohnt sich die visuelle Aufbereitung eines Tools, um gemeinsames Verständnis zu schaffen.


Frage 4: In wie weit benötigt Projektmanagement-Software UC-Funktionen für Kommunikation & Kollaboration?

Chelsea Carniello: Dies ist abhängig von der Projektkonstellation. Grundsätzlich kann es aber hilfreich sein, wenn transparent gearbeitet wird und gewisse Stakeholder Zugriff zur Projektplanung haben. Spätestens wenn mehrere Projektleiter involviert sind, ist eine kollaborative Zusammenarbeit mit der Projektmanagement-Software unabdingbar.


Frage 5: In welchen Schritten oder mit welchem Modell würden Sie Projektmanagement-Software in einem Unternehmen einführen?

Chelsea Carniello: Zuerst sollten die Anforderungen innerhalb des Unternehmens auf das Projektmanagement-Tool abgeklärt werden und dabei in „Must have“, „Nice to have“ und „Don’t care“ unterschieden werden. Im nächsten Schritt ist der Status Quo zu evaluieren. Möglicherweise sind bereits einige Tools im Einsatz. Anschließend ist es sinnvoll, eine Longlist der Tools zu erstellen, die sich aus der Analyse des Status Quo und der weiteren Recherche ergeben haben. Dabei sollten die Funktionalitäten der Tools in einer Übersicht mit den evaluierten Anforderungen abgeglichen werden. Mittels Nutzwertanalyse lässt sich so das geeignetste Tool definieren. Wichtig dabei: Der Prozess muss transparent gestaltet sein und die zukünftigen Anwender sollten integriert und vor der Einführung geschult werden, um die Akzeptanz zu fördern.


Das Interview wurde schriftlich mit Chelsea Carniello, Senior Project Manager bei Namics, geführt. Über Chelsea Carniello:

Chelsea Carniello, Senior Project Manager bei Namics
Chelsea Carniello, Senior Project Manager bei Namics

Von 2010 bis 2014 Bachelor-Studiengang zur Wirtschaftsinformatikerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (FHS) und studienbegleitender Berufstätigkeit als administrative Führung bei der Familienplattform Ostschweiz. Seit 2012 bei Namics zuerst als Werkstudentin, anschließend als IT Operations Manager und ab 2014 als Projektleiterin tätig. Hauptaufgaben ist das Planen, Steuern und Überwachen von E-Commerce und PIM-Projekten sowie die Unterstützung von Scrum Teams als Product Owner oder Scrum Master.

Das Bildmaterial wurde von Namics und pixabay zur Verfügung gestellt.

Über Namics:

Namics gehört zu den führenden Fullservice-Digitalagenturen für E-Commerce, Websites & Portals, Digitale Kommunikation, Mobile Business Apps, Digital Workplace, Customer Relationship Management und Managed Services im deutschsprachigen Raum. Der E-Business-Spezialist bietet international tätigen Unternehmen strategische Beratung, kreative Konzeption und technische Umsetzung aus einer Hand. Das inhabergeführte Unternehmen wurde 1995 gegründet. An den Standorten in St. Gallen, Zürich, Frankfurt, München, Hamburg und Belgrad betreuen rund 500 Mitarbeitende u.a. folgende Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen: ADAC, Boehringer Ingelheim, Daimler AG, DriveNow, Hoval, Kaufland, KUKA, Medela, Migros, Swica, Swiss Life, UBS, Viessmann und Victorinox.

 

Matthias Weber

Matthias Weber ist ERP-Experte mit langjähriger Berufserfahrung. Seit über 14 Jahren bin ich in der ERP-Branche tätig und betreue ERP-Projekt von Anfang an. Marketing, Vertrieb, Beratung & Consulting und Software-Entwicklung von kaufmännischer Software gehört zu meinem Tagesgeschäft - ich spreche aus Erfahrung. Sie erreichen mich unter matthias.weber[[at]]erp-hero.de oder können weitere Beiträge von mir auf Computerwoche.de lesen.

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