ERP-Interview mit godesys: Webauftritt & Online-Shop

Die ERP-News-Redaktion, unter der Leitung von Matthias Weber, hat mit Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender von godesys AG, ein Interview zum Thema „Webauftritt & Online-Shop“ durchgeführt. Das ERP-Interview liefert spannende Einblicke in die Trends bei Webauftritten und Online-Shops.

 

Auf unsere 5 Fragen zum Thema Webauftritt und Online-Shop gibt uns Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender von godesys AG, Antworten.

5 Fragen an godesys zum Thema Webaufritt und Online-Shop

Frage 1: Welche aktuellen Trends sehen Sie bei der User Experience im Web?

Godelef Kühl: Da sich Produkte und Webseiten immer mehr ähneln, müssen Unternehmen einen Weg finden, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Hier kommt die User Experience ins Spiel. Ist ein Webauftritt unprofessionell gemacht, lassen sich gesuchte Inhalte nicht finden oder fehlen mehrsprachige Informationen, wechselt der Besucher schnell zur Seite der Konkurrenz. Außerdem müssen Webseiten verstärkt Mehrwerte bieten, beispielsweise Extra-Services, Bilder oder Videos. Responsive Design ist ein Muss, Benutzerfreundlichkeit im Netz und im Laden essentiell. Eine anpassungsfähige Steuerungszentrale hilft, Anwendungen und Daten strategisch zusammenzuführen. Beim Seamless Commerce geht es um Markenkonsistenz, individuelle Ansprache und eine optimale Bedienung aller Touchpoints. Der Single Point of Truth-Gedanke, also eine zentrale Plattform, die alle Daten verschiedenster Anwendungen sammelt und zur Verfügung stellt, ist der Grund, warum ERP auch künftig eine zentrale Rolle spielen wird. Im Idealfall verwaltet das ERP nicht nur Lager- und Warenwirtschaft, sondern unterstützt Händler auch, Verkaufschancen zu erhöhen, den Vertrieb zu optimieren und Services auf ein neues Niveau zu heben.


Frage 2: Was halten Sie von Search Centric Design?

Godelef Kühl: Das ist ein wichtiger Trend, bei dem es auf Top-Datenqualität ankommt – Paradedisziplin der Geschäftssoftware. Das Search Centric-Webdesign bezeichnet die erfolgreiche Suche. Die Navigation der Webseite steht erst an zweiter Stelle. Vor allem für Unternehmen, die ihren Webseitenbesuchern viele Informationen liefern möchten, ist das Search Centric Design eine Möglichkeit, Kunden noch besser anzusprechen. Diese Entwicklung ist eng mit der oben genannten User Experience verbunden: Wer schnell und effektiv genau das findet, was er sucht, fühlt sich gut beraten und unterstützt. Insbesondere im B2C-Bereich ist Search Centric Design wichtig, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Aber auch in Intranets kann Search Centric Design zur Unterstützung der Mitarbeiter hilfreich und sinnvoll sein. Damit dieser Ansatz aber Erfolge einfährt, müssen Unternehmen genau planen, eine fundierte Strategie entwickeln und passende Software einsetzen. Denn nur wenn die Suche reibungslos, schnell und zufriedenstellend funktioniert, kann Search Centric Design sein Potenzial wirklich entfalten.


Frage 3: Wie wird das Thema Virtual Reality das Shopping-Erlebnis verändern?

Godelef Kühl: Virtual Reality wird die Möglichkeiten des Einkaufens erweitern. Es gibt technikaffine Kunden, die gerne auf VR setzen werden. Gleichzeitig sind da aber auch traditionelle Kunden, die – vielleicht auch erst zunächst – lieber auf die althergebrachte Art und Weise Waren ansehen, vergleichen, anfassen und begutachten möchten. Der Kunde sollte da angeholt werden, wo er oder sie sich befindet. Darum ist eine flexible Geschäftssoftware so wichtig: Der Anwender muss die Möglichkeit haben, Erweiterungen und Anpassungen wie beispielsweise in Richtung VR, einfach und schnell in die Tat umzusetzen. Wer hier zu starr und abwartend aufgestellt ist, verpasst wichtige Chancen. Laut Ipsos-Umfrage ist aktuell jeder zweite Deutsche an VR-Lösungen im Shoppingbereich interessiert. Aber es gibt bis jetzt noch recht wenige konkrete VR-Beispiele aus der deutschen Einkaufswelt. Das wird sich ändern. Handelsunternehmen sollten die Entwicklung im Auge behalten, Ideen entwickeln und auf eine Software setzen, mit der sich neue Trends ohne großen Aufwand umsetzen lassen.


Frage 4: Sind Chatbots die Verkäufer der Zukunft?

Godelef Kühl: Chatbots werden den traditionellen Verkäufer bestimmt nicht gänzlich verdrängen. Allerdings können sie aufgrund wachsender Rechenleistung immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen und daher auch intelligente Dialoge für den Nutzer bieten. Wer Cortana, Siri, Hello Google oder Watson genauer betrachtet, weiß, dass Systeme wie diese bald echte Kommunikation – egal ob gesprochen oder geschrieben – zwischen Mensch und Maschine etablieren könnten. Ist die Zeit reif, wird es schnell gehen. Daher gilt: Gut beobachten und vorbereitet sein, denn „digitale Disruption“ ist planbar. Unternehmen, die ein flexibles ERP wie godesys nutzen, sind gut aufgestellt. Die vergangenen Jahre waren den Front-End-Systemen wie Shops gewidmet. Digitalisierung geht aber weit über Front-End hinaus. Integration und Vernetzung finden im Backend statt, und wer seine Kunden wirklich in den Mittelpunkt stellt, braucht eine kaufmännisch sinnvolle Datenaggregation, um wirkliche Mehrwerte anbieten zu können. Prozesse automatisieren geht am besten mit dem guten altbekannten ERP. Einbeziehung von Chatbots? Kein Problem!


Frage 5: Wie kann man sich vor Abmahnungen im Online-Handel schützen?

Godelef Kühl: Das A und O ist, Daten und Lösungen voll im Griff zu haben. Transparenz und Aktualität, Compliance und Verlässlichkeit sind immens wichtig. ERP ist das Daten- und Anwendungscockpit, das Unternehmen unterstützt, den Überblick zu behalten. Online-Händler, die gut gegen Abmahnungen aufgestellt sein möchten, müssen als allererstes die Impressumspflicht beachten. So mancher Shop fällt mit seinem nicht vorhandenen oder mangelhaften Impressum durch. Dieses enthält idealerweise neben AGB und Kundeninformationen auch Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular, Zahlungs-, Liefer- und Versandbedingungen sowie Datenschutzerklärung. Außerdem müssen Artikel so beschrieben werden, dass der Käufer gut informiert ist. Zudem müssen Preise mit Mehrwertsteuer und Standard-Versandkosten aufgelistet werden. Wer gut vorbereitet ist, braucht die Abmahnwellen nicht zu fürchten. Systemumstellungen im Shop der Konkurrenz werden beispielsweise gerne genutzt, um Abmahnungen zu initiieren. Fehler, die während der Umstellung auftreten können, dienen Anwälten als lukratives Geschäft. Deshalb bei der Software-Umstellung auf leistungsstarke IT setzen, die Aufwand und Fehler gering hält.


Das Interview wurde schriftlich mit Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender von godesys AG, geführt.

Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender von godesys AG
Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender von godesys AG

Das Bildmaterial wurde von godesys zur Verfügung gestellt.

Matthias Weber

Matthias Weber ist ERP-Experte mit langjähriger Berufserfahrung. Seit über 14 Jahren bin ich in der ERP-Branche tätig und betreue ERP-Projekt von Anfang an. Marketing, Vertrieb, Beratung & Consulting und Software-Entwicklung von kaufmännischer Software gehört zu meinem Tagesgeschäft - ich spreche aus Erfahrung. Sie erreichen mich unter matthias.weber[[at]]erp-hero.de oder können weitere Beiträge von mir auf Computerwoche.de lesen.