Action auf dem Markt für Unternehmenssoftware: Salesforce will Twitter kaufen

Salesforce ist weiter auf Einkaufstour! Und Sie haben einen neuen Fisch an der Angel: TWITTER. Doch nicht nur Salesforce angelt nach dem Kurznachrichtendienst, auch Disney und Google sind von der Partie.

Twitter-Eigner prüfen Verkauf

Schon seit ein paar Wochen wird über das Unternehmen Twitter spekuliert. Langsam sickern Informationen durch. Neben der Verkaufsoptionen ist auch eine Abspaltung von Geschäftsbereichen möglich. Zudem sollen über Personalabbau Kosten eingespart werden. Zur Disposition stehen der Kurzvideodienst Vine und die mobile Anzeigenplattform MoPub. Die verschiedenen Optionen werden derzeit geprüft. Hintergrund ist die schlechte Entwicklung des Anzeigengeschäftes und fehlendes Wachstum bei der Nutzerschaft. Die Aktie hat seit dem Frühjahr 2015 die Hälfte ihres Werts verloren – auch wenn die möglichen Verkaufsofferten die Aktien wieder treiben.

Disney will Twitter kaufen!

Walt Disney Company will wohl nach eingehender Prüfung ein Kaufangebot für den Kurznachrichtendienst unterbreiten. Spannend bei dieser Konstellation ist: Twitter-CEO Jack Dorsey sitzt im Board of Directors von Disney. Damit besteht bereits eine Verbindung zwischen beiden Firmen. Zu Disney gehören eine Vielzahl von Unternehmen und auch Medien-Unternehmen, wie zum Beispiel die Fernsehsender ABC und ESPN. Sich im Bereich Social Media und Online-Publishing noch breiter aufzustellen wäre eine gute Strategie für Disney.

Google will Twitter kaufen!

Googles hat die Optimierung Ihres Kerngeschäft im Fokus: Onlinewerbung. Google möchte immer die Wünsche und Fragen von Nutzern besser verstehen. Die Daten aus Twitter können dabei sehr stark helfen. Es ist davon auszugehen, dass Google nur an den Daten Interesse hat – eine Steigerung der Präsenz im Web ist eher unterpriorisiert.

Salesforce will Twitter kaufen!

Auch Salesforce hat Interesse an der Plattform. Der SAP-Konkurrent muss sich auf einem harten ERP-Markt behaupten und braucht eine entsprechende Unternehmensgröße um gegen Microsoft und Co. anzukommen. Der Kauf von Twitter könnte in verschiedenen Bereichen für Salesforce sinnvoll sein. Die Frage ist: Kann sich Salesforce einen solchen Zukauf leisten? In den letzten Monaten hat der Cloud-CRM-Anbieter bereits mächtig eingekauft.

Warum ein Kauf von Twitter durch Salesforce sehr spannend wäre!

Der Chief Evangelist von Salesforce, Vala Afshar, nannte nach Veröffentlichung der ersten Berichte Gründe für einen möglichen Kauf: Die Plattform sei ein (1) persönliches Netzwerk zum Lernen, liefere die (2) besten Echtzeit-Nachrichten, führe zu einer (3) Demokratisierung des Wissens und ein (4) toller Platz für Vermarktung. Punkt 1 und 3 können wir nicht nachvollziehen. Die anderen Punkte ergeben jedoch Sinn.

toller Platz für Vermarktung

Als CRM-Spezialist weiß Salesforce um gutes Content-Marketing für die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen. Als CRM-Software-Anbieter mit entsprechender integrierter Vermarktungsplattform (Twitter) wäre dies ein weiterer Unique Selling Point für Salesforce.

beste Echtzeit-Nachrichten

Nachrichten sind wichtiger Content für die Vermarkung von Produkten und Dienstleistungen. Und Salesforce ist schon lang nicht mehr nur Software-Anbieter sondern geht auch unter die CRM-Berater. Dafür wurden bereits einige Salesforce-Partner aufgekauft, die sich auf CRM-Beratung (mit Salesforce) spezialisiert haben. So mischen Sie den Markt für Unternehmenssoftware weiter auf. Mit dem Kauf von Twitter könnte Salesforce nicht nur Tools für CRM-Projekte verkaufen, sondern gleich eine komplette Vermarktungsstrategie anbieten – Full-Service, versteht sich.

Fazit: ERP-Markt wird noch härter

Der prominente Fall von Salesforce zeigt, wie sich der Markt für Unternehmenssoftware weiter konsolidiert. Es gibt aber eine spannende Tendenz: Früher haben sich Software-Hersteller untereinander aufgekauft und horizontal vereinigt. In den jüngsten Marktbewegungen schließen sich nun Unternehmen vertikal zusammen. Unternehmenssoftware-Hersteller kaufen Reseller für Unternehmenssoftware oder große Systemhäuser kaufen „Ihren Lieferanten“. Somit entstehen neue Full-Service-Anbieter, die den Kunden eine Komplettlösung anbieten können. Gegen diese übermächtige Konkurrenz müssen sich kleine Systemhäuser oder Softwarehersteller künftig behaupten.

Akquisitionen von Salesforce

Nachfolgend haben wir von den ERP-Heroes noch versucht die aktuellen Einkäufe von Salesforce aufzulisten.

  • Demandware
  • Krux
  • Quip
  • Gravitytank
  • Beyondcore
  • YourSL
  • Demandware
  • EdgeSpring
  • ExactTarget
  • Rypple
  • Model Metrics
  • Assistly
  • Radian6
  • Manymoon
  • Dimdim
  • Heroku
  • InStranet

(Anmerkung der Redaktion: Die Liste ist möglicherweise nicht vollständig)

 

 

 

Matthias Weber

Matthias Weber ist ERP-Experte mit langjähriger Berufserfahrung. Seit über 14 Jahren bin ich in der ERP-Branche tätig und betreue ERP-Projekt von Anfang an. Marketing, Vertrieb, Beratung & Consulting und Software-Entwicklung von kaufmännischer Software gehört zu meinem Tagesgeschäft - ich spreche aus Erfahrung. Sie erreichen mich unter matthias.weber[[at]]erp-hero.de oder können weitere Beiträge von mir auf Computerwoche.de lesen.

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